Weiterbildung verbessert nicht nur die fachlichen Fähigkeiten

Herbert Lattermann

Den Nutzen der (beruflichen) Weiterbildung untersucht die sogenannte „Benefit-Forschung“, die in Großbrittanien und Finnland bereits etabliert, aber in anderen europäischen Ländern bisher fast unbekannt ist.

Das ändert sich nun durch das EU-Projekt „Benefits of lifelong learning“ (BeLL). Diese Initiative erforscht europaweit den Nutzen von Erwachsenenbildung und hat über zwei Jahre etwa 8.500 Teilnehmer zwischen 15 und 92 Jahren aus zehn Ländern befragt.

Das Ergebnis zeigt: Wer sich weiterbildet, profitiert in allen Lebensbereichen. Die Teilnehmer der BeLL-Studie haben ihre Selbstwirksamkeit erhöht, Perspektiven im und für das Alter entwickelt, sie bleiben länger aktiv und gesund und knüpfen tragfähigere Netzwerke.

Bildungsforscherin Prof. Dr. Monika Kil von der Donau-Universität Krems, die das BeLL-Projekt geleitet hat, kommentiert die Ergebnisse wie folgt: „Wir wissen nun, dass Weiterbildung als selbstbestimmtes, lebensbegleitendes Lernen dem Menschen enorm nützen kann. Aber auch, dass die positive persönliche Weiterentwicklung Auswirkungen auf das gesamte Umfeld und damit auf die Gesellschaft hat.“

Was bei der Befragung besonders auffiel:

  • 71 % der Lernwilligen sind weiblich.
  • Die Mehrheit der Befragten hat ein höheres Bildungsniveau und steht im Berufsleben oder ist pensioniert.

Voraussetzungen für wirkungsvolle Weiterbildung

Für diese umfassend positive Wirkung der Weiterbildung gibt es allerdings einige Voraussetzungen. Bei der Befragung zeigte sich nämlich auch, dass die Lernenden ihren Erfolg maßgeblich mit der Organisation in Verbindung bringen. Lernmotivierung, didaktische Unterstützung, klare Ziele und transparente Kommunikation sind Bedingungen für den Erfolg der Weiterbildung. Ein wichtiger Hinweis für Bildungsträger, Trainer und Referenten sowie für die Bildungspolitik. 

Die Website des BeLL-Projektes ist unter folgender Adresse erreichbar: www.bell-project.eu.

Fernuniverstität Hagen

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