Viele Frauen werden auf dem Weg nach oben ausgebremst

Herbert Lattermann

Über Karriereziele hat die Unternehmensberatung „Bain & Company“ 1009 Männer und Frauen auf verschiedenen Karrierestufen befragt. Berufseinsteiger, Berufs-Erfahrene und langjährige Führungskräfte haben Auskunft über ihre Ambitionen und Erfolge gegeben, das Ergebnis wurde in der Studie „Every day moments of truth“ veröffentlicht:

  • 43 % der Berufsanfängerinnen planen den Aufstieg ins Top Management, aber nach fünf Jahren ist dieser Ehrgeiz nur noch 16 % vorhanden.
  • 34 % der Männer starten mit großen Karriere-Plänen ins Berufsleben, und fünf Jahre später haben noch genau so viele die Zuversicht, bis in den Vorstand zu kommen.
  • Unter den langjährigen Führungskräften gehen 55 % der Männer davon aus, im Top Management zu landen, aber nur 29 % der Frauen.

Dabei werden die Frauen nicht von der Familiengründung gebremst, sondern von der mangelnden Unterstützung der Vorgesetzten in der mittleren Karriere-Phase. Es ist die Phase, in der das berufliche Selbstvertrauen wächst oder verkümmert. Die Studie zeigt, dass weder eine Ehe noch die Elternschaft einer Frau den Ehrgeiz nehmen.

Fehlende Rollenmodelle, wenig Unterstützung

Die schrumpfenden Ziele und das schwindende berufliche Selbstvertrauen der berufserfahrenen Frauen gehen mit folgender Beobachtung einher:

  • 40 % der Berufsanfängerinnen stimmen der Aussage zu “Ich entspreche dem Erfolgsstereotyp meines Unternehmens“, aber nur noch 25 Prozent der berufserfahrenen Frauen.
  • „Mein Vorgesetzter unterstützt meine Karrierepläne“, sagen 64 % der Einsteigerinnen, und nur noch 44 % der erfahrenen Mitarbeiterinnen.
  • 39 % der weiblichen Newcomer sehen „im Topmanagement Rollenmodelle, die mir entsprechen“, doch nur noch 26 Prozent der Berufserfahrenen.

Die Ergebnisse der Bain-Studie sind hier vollständig verfügbar: http://www.bain.de/press/press-archive/bain-studie-zur-chancengleichheit-everyday-moments-of-truth.aspx

Fernuniverstität Hagen

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