Wie zu viele Stars einem Team schaden

Herbert Lattermann

Der Transfer von Superstars im Profi-Fußball ist ein viel diskutiertes Phänomen. Vereine, die es sich leisten können, kaufen und verkaufen Spieler, wie es zu ihrer aktuellen Strategie passt. So kommt es in manchen Clubs zu einer Ballung von Superstars. ‚Je mehr Top-Spieler, desto wahrscheinlicher der Erfolg‘ lautet die Logik, die dahinter steht.

Doch diese Logik stößt an ihre Grenzen, wenn zu viele Superstars in einer Mannschaft spielen. Dies hat Roderick Swaab von der europäischen Business School INSEAD mit seinen Kollegen herausgefunden. “Mehr Talente verbessern die Teamleistung nur bis zu einem bestimmten Punkt”, erklären die Forscher. “Darüber hinaus wirken sich zusätzliche Superstars eher negativ aus.”

Ab 50 Prozent tritt der „too much talent“-Effekt ein

Wenn der Anteil der Stars über 60 Prozent steigt, wird die Teamleistung schlechter, stellten die Forscher durch Untersuchungen im Profi-Fußball fest. Bei weiteren Studien in der US-amerikanischen Basketball-Liga NBA sank die Mannschaftsleistung schon, sobald mehr als die Hälfte der Spieler Topstars waren.

Wer zu viele Stars einsetzt, riskiert den ‚too much talent‘-Effekt, der letztlich das Gegenteil des gewünschten und teuer bezahlten Erfolges bewirkt. Es kommt also auf die ausgewogene Mischung aus Topstars und „normal guten“ Spielern an.

Die Original-Veröffentlichung ist in der Zeitschrift „Psychological Science“ erschienen: http://www.psychologicalscience.org/index.php/news/releases/sports-teams-may-lose-out-from-having-too-much-talent.html

Fernuniverstität Hagen

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