Moderne Manager zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Herbert Lattermann

Viele Manager haben den Eindruck, sie sollten sich mehr um ihre Mitarbeiter kümmern als ums operative Geschäft, wie der HR-Report der Hays Personalberatung und des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) zeigt. Die Realität sieht allerdings anders aus, wie die Umfrage ebenfalls zeigt – 665 Entscheider verschiedener Branchen in DACH gaben Auskunft, davon 39 % weibliche Führungskräfte.

Soziale Kompetenz am wichtigsten

Für 78 Prozent der Befragten ist soziale Kompetenz heute die wichtigste Anforderung an Führungskräfte. Doch die meisten sehen hier auch das größte Defizit (72 Prozent). Im Vergleich dazu verliert das operative Tagesgeschäft offenbar an Bedeutung, nur 11 Prozent sehen es noch als Priorität.

“Gute Führungskräfte sind Vorbilder, Visionäre, Praktiker, Diagnostiker, Konzeptentwickler, Konfliktmanager, Gestalter, Lenker und Topentscheider”, so lautet das Wunschbild. Doch wie soll das gelingen, wenn Manager höchstens 20 % ihrer Zeit für Führungsaufgaben übrig haben? Für drei Viertel der Befragten ist Zeitmangel das Haupthindernis bei den Herausforderungen moderner Führung. Außerdem fällt es 55 Prozent offenbar schwer, von der Kontrolle ihrer Mitarbeiter zu lassen. Und 48 % tun sich schwer, die Anwesenheits- in eine Ergebnisorientierung umzuwandeln.

Unterschiedliche Wahrnehmungen

Die Diskrepanz zwischen Wunschbild und Wirklichkeit wird besonders deutlich, wenn man sich die Herausforderungen anschaut, die Entscheider an sich selbst haben:

  • Change Management ist für 71,6 % Priorität, wird aber nur von 53,2 Prozent so praktiziert.
  • Zunehmende Komplexität ist für 51,7 % eine Herausforderung an, doch nur 23,9 Prozent gehen dies auch an.
  • Bei den Themen Vorbildfunktion, Transparenz und Glaubwürdigkeit gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen, je nach Hierarchiestufe. Die Unternehmensleitung ist zum Beispiel der Meinung, Transparenz zu schaffen (77 Prozent), während die Mitarbeiter hier zu 58 Prozent Nachholbedarf sehen.

Die gesamte Studie ist als kostenlose PDF-Datei hier zum Download verfügbar: http://www.hays.de/aktuelles/arbeitsmarkt.cfm

Fernuniverstität Hagen

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