Eine Kündigung kommt meistens montags

Herbert Lattermann

Eine Kündigung von Arbeitgeberseite wird meistens an einem Montag ausgesprochen, wie die Wirtschaftskanzlei Heisse Kursawe Eversheds festgestellt hat. Dazu haben die Anwälte 512 Kündigungsverfahren ausgewertet, für die sie von Unternehmen beauftragt worden waren.

Warum gerade dieser Wochentag für eine Kündigung gewählt wird, hat vermutlich folgende Ursachen. Erstens Fairness: Man will dem Gekündigten nicht das Wochenende vermiesen. Und zweitens, sehr viel wahrscheinlicher, Strategie: So kann der Gekündigte nicht übers Wochenende den Betriebsrat oder einen Anwalt einschalten. An einem Montag ist am wenigsten Zeit, über die Kündigung zu räsonieren.

Begründet werden die Kündigungen:

  • zu 70 Prozent betriebsbedingt (Insolvenz, Restrukturierung, Betriebsverlagerung u.a.m.).
  • zu 20 Prozent verhaltensbedingt (wie Leistungsmängel, vertragswidriges Verhalten oder ungenehmigter Nebentätigkeit).
  • zu 10 Prozent aus sonstigen Gründen (z.B. wiederholte Kurzkrankheit, Arbeitsunfähigkeit, Alkohol- oder Drogenproblemen, Störung des Betriebsfriedens, Beleidigung, Diebstahl oder Betriebsspionage).

Die wahren Gründe werden oft verschwiegen

Hinter den Kulissen spielen aber auch bei betriebsbedingten Kündigungen oft verhaltensbedingte Gründe eine Rolle. Diese sind allerdings aufgrund der Rechtslage in Deutschland häufig anfechtbar. Daher sehen sich Arbeitgeber häufig gezwungen, einen wirtschaftlichen Kündigungsgrund zu nennen. So kommt die ungewöhnlich hohe Zahl betriebsbedingter Kündigungen zustande.

Fernuniverstität Hagen

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