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Der Klimawandel ist längst kein abstraktes Zukunftsszenario mehr. Steigende Temperaturen, häufigere Hitzewellen und zunehmende UV-Strahlung wirken sich unmittelbar auf die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten aus – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Der SiBe-Report 3/2025 zeigt deutlich: Hitze ist bereits heute eines der größten Gesundheitsrisiken für Erwerbstätige.

Zentrale Erkenntnisse

Mehrere Studien belegen, dass hohe Temperaturen die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Laut DGUV-Klimaumfrage (2022) empfinden Beschäftigte Hitze als das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko. Der DAK-Gesundheitsreport zeigt: Zwei Drittel der Beschäftigten fühlen sich bei Hitze weniger produktiv und eher überfordert. Hitzebedingte Symptome umfassen Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Schlafprobleme und Kreislaufbeschwerden.

Besonders alarmierend: Arbeitsunfälle nehmen an Hitzetagen zu. Forschungsergebnisse aus der Schweiz zeigen einen Anstieg der Unfallzahlen um 7,4 % bei Temperaturen über 30 Grad.

Bedeutung für die Praxis

Temperaturbedingte Gesundheitsbelastungen treffen insbesondere:
– Beschäftigte im Freien (Bau, Handwerk, Pflege, Forstwirtschaft)
– Mitarbeitende in Innenräumen ohne ausreichende Kühlung
– Ältere Menschen und chronisch Erkrankte
– Beschäftigte, die Maschinen oder Fahrzeuge führen

Hohe Temperaturen führen zu längeren Reaktionszeiten, geringerer Konzentration und einem erhöhten Risiko für Fehler und Unfälle. Unternehmen müssen diese Gefährdungen daher systematisch berücksichtigen.

Empfehlungen für Unternehmen

Für den Arbeitsschutz ergeben sich folgende priorisierte Maßnahmen:

1. Hitzeprävention im Innenbereich
– Nutzung von Jalousien, Sonnenschutz, Ventilatoren oder Klimaanlagen
– Stoßlüften am Morgen
– Anpassung der Arbeitszeiten ab 26 °C gemäß ASR A3.5, verbindliche Maßnahmen ab 30 °C
– Bereitstellung von Trinkwasser und regelmäßige Pausen

2. Schutzmaßnahmen im Außenbereich
– Sonnensegel, Schattenplätze, Kühlmöglichkeiten
– Tätigkeiten in die frühen Morgenstunden verlagern
– Persönliche Schutzausrüstung: UV-Schutzkleidung, Kopfbedeckung, Sonnencreme LSF ≥ 30
– Teamrotation bei schweren Tätigkeiten

3. Verhaltensempfehlungen & Erste Hilfe
Beschäftigte sollten Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen frühzeitig melden. Der SiBe-Report verweist auf die DGUV „Erste-Hilfe-Karte Hitzeerkrankungen“, die klare Handlungsschritte für Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag beschreibt.

Fazit & Ausblick

Der Klimawandel stellt den betrieblichen Arbeitsschutz vor neue Herausforderungen. Hitze wird zum alltäglichen Risiko – und Prävention zur zentralen Führungsaufgabe. Unternehmen, die frühzeitig auf Hitzeprävention setzen, schützen nicht nur die Gesundheit ihrer Beschäftigten, sondern sichern auch Produktivität und Betriebskontinuität.

Quellen

– SiBe-Report 3/2025, Unfallkasse Hessen
– DGUV Klimaumfrage 2022
– DAK Gesundheitsreport
– Studien zu arbeitsbedingten Unfällen bei Hitze (Schweiz, diverse Forschungsinstitute)