Hintergrund-Geräusche fördern kreatives Denken

Herbert Lattermann

Hören Sie bei der Arbeit gerne Musik? An dieser Frage scheiden sich die Geister … die kreativen Geister mögen Musik bei der Arbeit oft, und das aus gutem Grund, wie Experimente von Ravi Mehta und Rui Zhu gezeigt haben. Die beiden Psychologen von der Universität British Columbia haben ihren rund 300 Probanden Aufgaben gestellt, die flexibles und assoziatives Denken verlangten, also Kreativität. Dabei teilten die Forscher die Teilnehmer in mehrere Gruppen ein, die unterschiedlichen Lärmpegeln ausgesetzt waren:

  • Dem Stimmengewirr in einem Café
  • Dem Lärm einer Autobahn
  • Absoluter Ruhe

Die erste Gruppe, die von moderaten Geräuschen umgeben war, hatte die besten Ergebnisse und fand auch kreativere Lösungen als die beiden anderen Gruppen. Der Einfluss von Hintergrundgeräuschen auf das kreative Denken erreicht bei etwa 70 Dezibel ein Maximum und nimmt dann bei steigender Lautstärke rapide ab.

Zum Vergleich: Flüstern hat einen Pegel von 30 Dezibel, leise Musik hat 40, Kantinengeräusche etwa 65 Dezibel.

Eine moderate Geräuschkulisse bewirkt also eine leichte Ablenkung und sorgt dafür, dass wir gewohnte Denkmuster leichter verlassen und auf neue Gedanken kommen können. Dabei bevorzugen die meisten Menschen Musik, denn bei Gesprächen im Hintergrund besteht die Gefahr, zuhören zu wollen.

Die Studie wurde im „Journal of Consumer Research“ veröffentlicht: http://www.jstor.org/stable/10.1086/665048.

Fernuniverstität Hagen

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